BURGER VERLAG

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VIER PFOTEN UND ICH  mit 32 Tiergeschichten als Taschenbuch für nur € 10,-

  • Tiergeschichten sind immer wieder ursprünglich und lustig.
  • Trixi
  • Kommt ein Vogerl geflogen
  • Hamo und Monika - Mit Bären auf Du
  • Chamäleon im Winter
  • Wie ich Schenka kennen lernte
  • Ferien beim Californischen National Circus
  • Sigi - der Eisbärpfleger
  • Ein “unsterblicher” Ziegenbock
  • Vom Affen gebissen
  • Nasenbär Snuffi
  • Mein Mädchen Stasi
  • Ein Puma am See
  • Schau der Clearence
  • Otto das Nilpferd
  • Conny’s Flippershow
  • Ein deutscher Affe
  • Krokodile im Moulin Rouge
  • Nachäffen mit Folgen
  • Eine besondere Weihnachtsgeschichte
  • Eleisa und Luzi
  • Reh im Wolfspelz
  • Oskar, Freund aller Welt und Kater Carlo
  • Die Kohlmeise
  • Wenn Katzen verbinden ...
  • Axel’s tierische Burg
  • Der Dackel Benjamin
  • Luna und Kids
  • Verhängnisvolle Neugierde
  • Schäferhund rettete Kriegsgefangenen das Leben
  • Hase verhindert Unfall
  • Zwei Schwestern
     

Ein “unsterblicher” Ziegenbock

1968 überwinterte der Circus Alberti in einem Bauernhof bei Wasserburg am Inn.

Zur Fasnacht 1969 wurden die Tiere (Elefant, Kamele, Pferde, Lamas und Ziegen) von der Faschingsgesellschaft für den Faschingsumzug angeheuert.

Mir gab man einen stattlichen weissen Ziegenbock zu führen. Dieser hatte ein Halsband und daran eine dicken Strick, den ich festhalten sollte. Der Ziegenbock hatte viel Kraft und zog im Umzug ein paarmal ruckartig , so dass mir der Strick aus den Händen glitt. Nun begann er zu laufen und ich dem Strick hinterher. Kreuz und quer durch Wasserburg ging die Flucht und ich keuchend hinterher. Ein paar mal hatte ich den Strick erreicht und schon sprang er weiter. So ging es durch unzählige Gassen bis zum Güterbahnhof. Da gab es damals noch hohe Kohlenhalden mit den runden Koks. Auf diesen Berg hinauf wollte der weisse Ziegenbock, doch unter seinen Beinen rollte der Koks weg und er kippte zur Seite. Da war nun meine Chance und ich kletterte hinterher und packte ihn an den Hörnern und fand das Ende des Stricks. Dabei lag ich zeitweise auch mitten in den Kohlen.
Als wir den Faschingsumzug wieder erreichten, war dies ein schwarzgrau gefleckter Ziegenbock und ein mooriger Führer, der sich nach und nach den Kohlenstaub aus der Kleidung schüttelte. Den Spott meiner Freunde musste ich ertragen.

Doch wäre dieses Erlebnis nicht so verlaufen, hätte ich diesen Faschingsumzug wahrscheinlich schon längst vergessen. Dann wären wohl nur noch die Ausritte über die Felder mit Elefant, Kamelen und Pferden in Erinnerung, welche wir damals öfters machten. Diese Erinnerungen stiegen in mir auf, als mir kürzlich Alfred Frank erzählte, dass er in diesem Winter bei Wasserburg seine Frau Bärbel kennenlernte, mit der er nun bald 40 Jahre zusammen ist. Alfred verliess damals die international bekannte Reitertruppe Frankordi und kehrte zum heimatlichen Familiencircus zurück. Bärbel war eine bayrische Grossbäurerin, die ihren Mann und Hof verliess und mit ihrer Tochter den Schritt ins Ungewisse tat. Sie hat es nie bereut!

Lebensrückblicke in eine Zeit, die mich mit einem weissen Ziegenbock für immer gedanklich verbinden und dieser damit unsterblich in meinen Erinnerungen ist.
 

Website aktualisiert: 16.11.2016